Ibiza im Juni – Rückkehr an einen vertrauten Ort und Heimat
Ibiza im Mai – Juni fühlt sich an wie ein tiefes Durchatmen, kurz bevor der Sommer explodiert. Für mich ist diese Insel mehr als ein Reiseziel – sie war einmal mein Zuhause. Zurückzukehren bedeutet daher nicht nur Sonne, Meer und Nächte ohne Ende, sondern auch Erinnerungen, Vergleiche und ein sehr genaues Hinsehen: Was ist geblieben? Was hat sich verändert?
Ankommen – zwischen Nostalgie und Vorfreude
Schon beim Landeanflug liegt dieses besondere Licht über der Insel. Warm, klar, fast ein bisschen magisch. Im Juni ist Ibiza noch gnädig: Die Hitze ist erträglich, die Straßen sind belebt, aber nicht überlaufen, und man spürt diese gespannte Erwartung auf das, was die Saison bringen wird. Für jemanden, der hier gelebt hat, ist es ein seltsames, schönes Gefühl – vertraut und doch fremd zugleich.
Ushuaïa – große Namen, kleine Seele
Ein Besuch im Ushuaïa gehört für viele fest zum Ibiza-Programm. Die Location ist spektakulär, keine Frage: Open-Air, direkt an der Playa d’en Bossa, große Produktionen, internationale Superstars. Doch genau hier liegt auch das Problem.
Ushuaïa ist heute leider mehr Kulisse als Club. Es geht viel ums Gesehenwerden, ums perfekte Foto, um Social Media. Die Musik rückt dabei oft in den Hintergrund. Alles ist professionell, laut, groß – aber selten tief. Für einen kurzen Eindruck beeindruckend, emotional bleibt wenig hängen. Als Musikliebhaber verlässt man den Platz eher visuell stimuliert als musikalisch berührt.
Pacha – eine Legende mit Patina
Das Pacha ist und bleibt eine Ikone. Wer die 90er erlebt hat, weiß, was dieser Club einmal bedeutet hat: Freiheit, Exzess, musikalische Entdeckungen. Heute ist das Pacha immer noch ein guter Club – solide, elegant, zuverlässig.
Aber: Es ist nicht mehr vergleichbar mit früher. Die Magie von damals lässt sich nicht reproduzieren. Die Partys sind gut kuratiert, das Publikum international, die Nächte lang – doch der rebellische Geist, dieses Unberechenbare, fehlt. Man spürt die Geschichte, aber sie ist eher Erinnerung als gelebte Gegenwart.
Hï Ibiza – würdiger Erbe des SPACE
Das Hï Ibiza hat sich nahtlos in die Tradition des legendären SPACE eingefügt – und das im besten Sinne. Technisch auf höchstem Niveau, mehrere Floors, exzellenter Sound. Hier wird Clubbing ernst genommen.
Die Partyreihen sind durchdacht und qualitativ stark. Das Hï schafft es, große Namen mit funktionierendem Clubkonzept zu verbinden. Es ist modern, kompromisslos und energiegeladen. Wer elektronische Musik liebt und tanzen will, findet hier sehr vieles richtig gemacht.
Akasha @ Las Dalias – der wahre Herzschlag der Insel
Und dann ist da das **Akasha**, eingebettet in die Kommune **Las Dalias** – für mich ganz klar einer der besten Clubs der Insel.
Hier geht es nicht darum, WER auflegt, sondern WAS gespielt wird. Es geht um Musik, um Tanz, um Verbindung. Kein Sehen-und-Gesehenwerden, kein unnötiger Glamour. Nur Sound, Raum und Menschen, die wegen genau dessen da sind.
Ein besonderes Highlight war die Eröffnung von Sven Väths Partyreihe „Catharsis“. Erst unter freiem Himmel, organisch, entspannt, fast familiär – und dann der Übergang ins Akasha, wo Sven weiter auflegte. Ein fließender Moment, der gezeigt hat, was Ibiza im Kern sein kann: Freiheit, Tiefe und Hingabe zur Musik.
Das Akasha ist ein Ort, an dem man die Zeit vergisst. Ein Club für Tänzer, nicht für Zuschauer.
FAZIT – Ibiza lebt, aber anders
Ibiza im Mai/ Juni ist eine Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Die Insel hat sich verändert – kommerzieller, glatter, lauter. Doch sie hat ihre Seele nicht verloren. Man muss nur wissen, wo man sucht.
Zwischen Instagram-Spots und Großraum-Entertainment existieren sie noch: die Orte, an denen Musik zählt. Für mich war diese Reise weniger eine Entdeckung als eine Bestätigung. Ibiza ist nicht tot. Es schlägt nur leiser – und manchmal ganz besonders stark, zum Beispiel im Akasha, mitten in der Nacht, barfuß auf dem Dancefloor.
Wohnen direkt am Meer – Dorado Ibiza Hotel
Übernachtet haben wir im DOADO IBIZA Hotel, direkt am Strand gelegen an der Playa d’en Bossa. Ein kleines, spektakuläres Adult-Only-Hotel, das perfekt zu Ibiza passt: individuell, stilvoll und mit viel Liebe zum Detail.
Jede Suite ist einer Band oder einem Künstler gewidmet – und wir hatten das Glück, in der DOORS SUITE zu schlafen. Ein schönes Detail, das nicht kitschig wirkt, sondern authentisch und durchdacht. Musik ist hier nicht nur Dekoration, sondern Teil des Konzepts.
Das Hotel selbst ist überschaubar, fast familiär. Ein Pool mit Blick aufs Meer, direkter Strandzugang, barfuß vom Zimmer an den Strand – mehr Ibiza-Gefühl geht kaum. Besonders angenehm: Trotz der Nähe zum Trubel wirkt das Dorado nie hektisch.
Die Lage ist nahezu perfekt. Die Club-Meile mit Ushuaïa und Hï Ibiza ist nur wenige Meter entfernt, ohne dass man permanent im Lärm lebt. Wer abends feiern will, ist in Minuten da – wer Ruhe sucht, findet sie tagsüber direkt vor der Zimmertür.
Das Frühstück im Hotel ist gut, entspannt und genau richtig für lange Nächte. Kein übertriebener Luxus, sondern Qualität und Atmosphäre. Und falls man doch mal Lust auf Abwechslung hat: Rund um das Hotel gibt es mehr als genug Bars und Restaurants – von unkompliziert bis gehoben.
Der Service im Dorado ist durchweg sehr freundlich und aufmerksam. Man fühlt sich willkommen, nicht abgefertigt. Ein echtes Plus, gerade auf einer Insel, die im Sommer oft an ihre Belastungsgrenzen kommt.
Einziges echtes Manko sind die PARKPLÄTZE. Hier wird es schnell eng, und Falschparken ist auf Ibiza kein Kavaliersdelikt. 200 € Strafe sind keine Seltenheit – eine Erfahrung, die wir leider selbst machen mussten. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte hier definitiv aufmerksam sein.
Fazit zum Dorado
Das Dorado Ibiza Hotel ist kein klassisches Luxushotel, sondern ein Ort mit Charakter. Perfekt für Erwachsene, die Musik, Nähe zum Meer und eine gute Lage schätzen. Für uns war es die ideale Basis: mitten im Geschehen und doch mit genug Raum zum Abschalten.
GESAMTFAZIT – Ibiza zwischen Mythos und Gegenwart
Diese Reise nach Ibiza war mehr als ein Urlaub. Es war eine Rückkehr, ein Abgleich zwischen Erinnerung und Realität. Die Insel hat sich verändert – sie ist kommerzieller geworden, lauter, stärker durchinszeniert. Manche Orte leben heute mehr von ihrem Namen als von ihrer Seele.
Und doch: Ibiza funktioniert noch immer, wenn man weiß, wo man hinschaut. Zwischen Großraum-Clubs, Instagram-Spots und Hochglanzfassaden existiert sie weiterhin – diese besondere Energie, die aus Musik, Freiheit und Menschen entsteht, die wegen genau dieser Dinge hier sind.
Clubs wie Ushuaïa zeigen, wie sehr sich der Fokus verschoben hat. Andere wie das Hï Ibiza beweisen, dass modernes Clubbing mit Qualität möglich ist. Das Pacha erinnert daran, wie groß die Vergangenheit war. Und Orte wie das Akasha machen klar, dass die Zukunft nicht zwingend größer, sondern ehrlicher sein muss.
Das Dorado Ibiza Hotel war dafür der perfekte Rückzugsort: direkt am Meer, musikalisch geprägt, erwachsen, entspannt – ein Platz, der den Geist der Insel widerspiegelt, ohne ihn zu überzeichnen.
Ibiza ist heute nicht mehr das Ibiza von früher. Aber vielleicht muss es das auch gar nicht sein. Die Insel lebt weiter – in Momenten, in Nächten, in Tanzflächen fernab des Mainstreams. Wer offen bleibt, findet sie noch. Manchmal leise, manchmal intensiv. Aber immer dann, wenn Musik wichtiger ist als Status.
Für mich war diese Reise eine Bestätigung: Ibiza ist nicht verloren. Es hat sich nur verändert – und fordert heute bewussteres Erleben.














